Informieren Sie sich über das Internet

Die Informationsserie dient als Bedienungsanleitung für das Internet: Die Möglichkeit, die wichtigsten Informationen und Tipps von den Strategen und Programmierern Mozillas zu erhalten.

Fragen Sie sich:

  1. Haben Sie das Gefühl, dass Sie Ihre persönlichen Daten im Internet kontrollieren?

  2. Wissen Sie, was ein Cookie ist (nein, nicht das Gebäck)?

  3. Haben Sie sich schon gefragt, warum Ihnen manche Inhalte wie Werbung zu folgen scheinen?

Was ist Aktivitätenverfolgung?

Jedes Mal, wenn wir ins Internet gehen, hinterlassen wir Spuren unserer Aktivitäten. Oftmals spricht man von unseren „digitalen Fußspuren“ – aus gutem Grund, denn Aktivitätenverfolgung ist so, als würde man Ihre Schritte nachvollziehen. Aber unsere digitalen Fußspuren zeigen mehr, als nur wo wir waren – sondern einfach alles, von unseren Vorlieben bis zu unseren Identitäten.

Schauen Sie die erste Folge von Brett Gaylors Dokumentarserie Do Not Track, um zu verstehen, wie Aktivitätenverfolgung funktioniert.

Aktivitätenverfolgung in Aktion

Stellen wir uns Ihren typischen Tag im Internet vor: Sie lesen Ihre E-Mails und teilen einen lustigen Artikel, den Sie gerade gelesen haben. Beim Mittagessen schauen Sie, wann ein Film läuft, den Ihr Freund auf Facebook empfohlen hat, und vergleichen Preise für Campingausrüstung, die Sie gesehen haben.

Das waren nur ein paar Websites, aber hinter den Kulissen sehen und speichern mehrere „Dritte“ – Unternehmen, die von den besuchten Websites verschieden sind – Ihre Aktivitäten.

Wenn Ihnen also später Artikel über diesen Film empfohlen werden oder Sie Werbung für Campingausrüstung sehen, ist das kein Zufall.

Aktivitätenverfolgung für Personalisierung

Die von uns besuchten Websites sammeln oftmals Daten über uns, um unser Erlebnis dort besser auf uns anzupassen. Die von ihnen gesammelten Daten werden analysiert und erleichtern uns manchmal das Navigieren auf der Website oder zeigen uns passendere Angebote. Sie verwenden Cookies – kleine Dateien mit Daten in unseren Browsern – auch, um Spracheinstellungen oder Inhalte des Einkaufswagens zu speichern.

Aktivitätenverfolgung ohne Einwilligung

Viele von uns besuchte Websites enthalten versteckte Dritte – wie Datenhändler, Partner- und Werbenetzwerke –, die Cookies und andere Datenverfolgungsmethoden nutzen, um Daten über unsere Surf-Gewohnheiten ohne unser Einverständnis zu sammeln. Aktivitätenverfolgung kann nützlich sein, aber ohne Transparenz kann es keinen Kompromiss zwischen Nutzen und gesammelten Daten geben.

Weitreichender als das Internet

Aktivitätenverfolgung im Internet ist nur Teil eines größeren Systems von Datensammlungen. In diesem System werden anonymisierte Online-Daten mit personenbezogenen Daten über Sie (Daten, die Sie in einem Formular oder einer App angegeben haben, oder die offline gesammelt wurden) verknüpft, um ein erstaunlich detailliertes Profil von Ihnen zu erstellen.

Diese Profile haben das Potenzial, Ihr Offline-Leben zu beeinflussen und können dazu beitragen, dass Sie unfair behandelt werden, indem Sie höhere Preise zahlen, weniger kreditwürdig sind, teurere Versicherungen zahlen, schlechte Arbeitszeugnisse oder Gesundheitsprognosen erhalten. Diese Fälle sind noch nicht so weit verbreitet, zeigen aber das Potenzial dessen, was im Verborgenen und ohne Ihre Kontrolle passiert.

Übernehmen Sie die Kontrolle über Ihre persönlichen Daten

Es gibt viele Möglichkeiten, wie Sie die Kontrolle über Ihre Online-Aktivitäten übernehmen und behalten können. Hier sind einige wichtige Tipps, ausgewählt von Mozilla-Experten.

Denken Sie weiter

Vieles tut sich hinter den Kulissen des Internets. Je mehr Sie wissen, desto besser können Sie entscheiden, was Ihnen Ihre Daten wert sind.

Machen Sie sich klar, dass nichts wirklich kostenlos ist

Wir alle mögen „kostenlose“ Apps und Online-Dienste, aber wenn Sie nicht dafür bezahlen, tut es jemand andereres und möglicherweise kauft er die Daten, die Sie hinterlassen. Entscheiden Sie, ob die von Ihnen weitergegebenen Daten den genutzten Dienst wert sind.

Sehen Sie sich die Verfolger an

Falls Sie Firefox nutzen, sollten Sie sich Lightbeam ansehen, ein einfaches und aufschlussreiches Add-on, das grafisch die Tiefe Ihrer Surf-Aktivitäten darstellt, einschließlich dessen, was Sie sonst nicht sehen.

Erst denken, dann klicken

Wenn Sie ein Element auf einer Seite sehen, wie ein „Gefällt mir“ oder die Anmeldung in einem sozialen Netzwerk, ist das ein Zeichen dafür, dass bereits gewisse Daten über Sie gesammelt wurden – und beim Klick darauf werden es noch mehr.

Entscheiden Sie sich für Wahlfreiheit

Man übersieht schnell den Zugang zu persönlichen Daten, den wir durch Online-Konten und Apps zulassen, aber meistens gibt es Einstellungen, die Ihnen Auswahl und Kontrolle ermöglichen.

Löschen Sie ungenutzte Konten

Ihre Daten könnten verkauft werden, wenn ein Dienst oder eine App eingestellt wird. Wenn Sie etwas nicht nutzen, sollten Sie Ihr Konto dort schließen.

Schützen Sie Ihre Profile

Bei einigen Diensten, mit denen Sie direkt interagieren, können Sie einstellen, welche Daten diese über Sie besitzen. Sehen Sie sich nach Möglichkeiten zur Änderung oder Kontrolle Ihres Profils um, falls vorhanden. Sie können beispielsweise Ihr Profil und Ihre Einstellungen bei Google, Yahoo! und Facebook-Werbung verwalten und sogar Daten bearbeiten, die Acxiom über Sie gesammelt hat, einer der größten Marketing-Datenhändler der Welt.

Vergessen Sie die Apps nicht

Einige installierte mobile Apps können auf viele Ihrer Daten zugreifen, auch Details, die für den angebotenen Dienst nicht unbedingt nötig sind. Überprüfen Sie Ihre Datenschutz- und Standorteinstellungen auf iOS und Android.

Ihr Browser hilft Ihnen

Die meisten Internet-Browser bieten Datenschutzeinstellungen, die Ihnen Kontrolle ermöglichen. Hier sind ein paar der Wichtigsten.

Do Not Track

Wenn diese Funktion aktiviert ist, teilt Ihr Browser sozialen Netzwerken, Herausgebern, Analytik-Anbietern, Werbetreibenden und Netzwerken von Dritten mit, dass Sie nicht verfolgt werden möchten.

Mozilla war das erste Unternehmen, das die Funktion „Do Not Track“ integrierte. Seit 2011 ist sie in Firefox verfügbar. Seither wurde sie von den meisten größeren Browsern übernommen, doch wird diese Präferenz von vielen Unternehmen mit Inhaltsangeboten im Internet noch ignoriert. Gruppen, die das Internet verteidigen, versuchen, dies zu ändern.

Erfahren Sie, wie Sie Do Not Track in Firefox, Chrome, Internet Explorer/Edge und Safari aktivieren können.

Privater Modus

Verwenden Sie den Privaten Modus, damit bestimmte Elemente Ihrer Surf-Aktivitäten nicht lokal gespeichert werden. Dazu gehören Ihre Chronik, Suchanfragen und Cookies.

So verwenden Sie den Privaten Modus:

Weitere Datenschutzeinstellungen

Viele Browser bieten Ihnen eine Reihe von Datenschutzeinstellungen an, mit denen Sie die Kontrolle behalten. Hier ist eine Übersicht:

Geben Sie Ihr Wissen zu Überwachung weiter

Jetzt wo Sie die Möglichkeiten und das Wissen haben, um sich zu schützen, erzählen Sie doch Ihren Freunden davon. Je mehr alle über Aktivitätenverfolgung und Schutz ihrer Daten im Internet wissen, desto besser ist es für uns alle. Sie können gerne die folgenden Fragen verwenden, um das Gespräch am Laufen zu halten!

  1. Welche Datenschutzeinstellungen verwendest du im Browser? Twittern

  2. Wie bereitwillig gibst du persönliche Daten für personalisierte Inhalte preis? Twittern

  3. Hast du schon mal den Privaten Modus genutzt? Twittern