Kleines Buch der Privatsphäre

Dein Relax-Guide für mehr Sicherheit im Internet

Ein gesundes, privates Internet für starke Nutzer*innen

Wir finden, dass das Internet sicher, offen und inklusiv sein sollte. Punkt. Es braucht Wahlmöglichkeiten und Privatsphäre. Moment, Privatsphäre — was war das nochmal? In letzter Zeit haben wir dieses Wort vor allem in Zusammenhang mit Datenlecks, Hacks und persönlichen Informationen, die von einem Big-Tech-Unternehmen an ein anderes verkauft werden, gehört. Viele Internetnutzer*innen fühlen sich deshalb betrogen, sind ohne Hoffnung auf Besserung und glauben schlichtweg nicht mehr daran, sich privat durchs Web bewegen zu können. Wir verstehen auch, warum.

Aber es gibt auch gute Nachrichten: Du kannst deine Privatsphäre nämlich zurückerobern und wieder die Kontrolle über dein Online-Leben erlangen! Und das ist sogar überraschend einfach. Jede*r bekommt das hin (versprochen!). Alles, was du dafür brauchst, ist etwas Zeit, um die folgenden Tipps zu lesen zu lesen, dir die auszusuchen, die du umsetzen möchtest, und schlicht und ergreifend loszulegen.

Über welche Risiken solltest du dir überhaupt Gedanken machen?

Gefahren gibt es immer und überall – online genauso wie offline. Natürlich sind nicht alle Nutzer*innen ihnen gleichermaßen ausgesetzt und auch die Mittel und Wege, sich zu schützen, variieren. Im Internet hängt zum Beispiel einiges davon ab, wie, wie viel und von wo aus du surfst. In jedem Fall ist es aber wichtig, sich mit den tatsächlichen Risiken bekannt zu machen, um sie anschließend anzugehen. Hier einige Punkte, die eigentlich immer relevant sind:

Datendiebstahl, Pannen & Fake-Profile:

Auch wenn Seitenbetreiber üblicherweise sehr vorsichtig mit Nutzerdaten umgehen, kann es zu Pannen kommen, bei denen E-Mail-Adressen, Passwörter und noch sehr viel persönlichere Daten öffentlich gemacht werden. Im Rahmen eines Datenlecks können sie sogar gestohlen werden. Manchmal verraten wir aber auch selbst mehr, als wir unbedingt sollten. Betrügern reichen schon wenige personenbezogene Daten, um beispielsweise Fake-Profile zu erstellen, die ein schlechtes Licht auf die Betroffenen werfen können, selbst wenn der Betrug aufgeklärt wird.

Das Web vergisst nie:

Laut DSGVO kannst du zwar um Herausgabe und Löschung deiner Daten bitten; betrügerische Seiten werden diesem Wunsch allerdings nicht nachkommen und eventuell auch solche nicht, die ihren Dienst nicht in Europa anbieten.

Tracker überall:

Tracker, Cookies? Hast du sicher schonmal gehört. Tracker sind kleine Mechanismen auf Webseiten, die dein Verhalten aufzeichnen und an den oder die Seitenbetreiber weitergeben – teilweise auch über mehrere Seiten hinweg oder auch an Dritte.

Tracking Cookies sollen Website-Betreibern und Werbetreibenden verraten, wie du dich im Web bewegst und wofür du dich interessierst. Basierend darauf können sie dein Browsing-Erlebnis dann personalisieren. Oft bedeutet das, dass du für dich angepasste Online-Werbung siehst, die zu deinen Interessen passt. Allerdings tragen sie auch eine ganze Menge an verschiedenen Informationen über dich zusammen und speichern sie in sogenannten Profilen. Das klingt zwar erstmal praktisch – tatsächlich sind diese Profile aber nicht immer korrekt. Im besten Fall führt das dazu, dass du lediglich weniger relevante Werbung angezeigt bekommst. In einem weniger guten Fall werden dir nur noch Informationen angezeigt, die du weder brauchst noch möchtest. Und: dein Profil kann zum Beispiel auch Einfluss darauf haben, zu welchen Preise dir Produkte und Dienstleistungen angeboten werden.

Stalker, Trolle & andere aufdringliche Zeitgenossen:

Auch wenn uns das Internet selten hundertprozentig anonym macht, ist es doch leicht, sich hinter der eigenen Online-Identität zu verstecken. Manche Menschen nutzen das aus, um zu pöbeln, zu trollen oder sogar gegen andere zu hetzen. Gerade in sozialen Netzwerken und Foren ist das in den vergangenen Jahren zum Problem geworden. Da wir im Internet so viele Spuren hinterlassen, kann das weitere unschöne Folgen nach sich ziehen: etwa, wenn unangenehme Personen andere digital oder, im äußersten Fall, sogar im analogen Leben verfolgen, nachdem sie online ausreichend Informationen hierfür gefunden haben.

Falschinformationen & Filterblasen:

Nachrichtenempfehlungen sind praktisch und sind wir mal ganz ehrlich – wir alle lesen am liebsten Inhalte, die mit unserer Meinung in Einklang stehen. Aber was, wenn diese Inhalte gar nicht sachlich richtig sind? Oder wenn wir den Blick fürs große Ganze verlieren, weil wir immer nur einen kleinen Ausschnitt davon sehen – können wir uns dann überhaupt eine eigene Meinung bilden?

Wie viel Kontrolle haben wir wirklich? Und wie viel lassen wir uns entgehen?

Viele von uns haben heute das Gefühl, dass sie kaum Kontrolle über ihre Sicherheit, Privatsphäre und die Qualität der Informationen haben, die ihnen das Web bietet. Vielleicht geht es dir auch so. Ja, es gibt Verbesserungsbedarf – aber allzu oft sind wir auch bequem und nutzen nur einen Bruchteil der Möglichkeiten, die uns zur Verfügung stehen. Oder wir verlassen uns gleich auf praktische Alles-aus-einer-Hand-Lösungen, bei denen wir einem Anbieter verschiedener Produkte und Dienste bedenkenlos und bereitwillig raue Mengen an privaten Daten überlassen. Wieso? Weil wir nicht mehr darüber nachdenken (wollen) als unbedingt nötig. Oder weil wir gar nicht wissen, welche Vielzahl an Alternativen wir tatsächlich haben.

15 Tipps für ein besseres digitales Leben.

Für den Neuanfang:

Mache ein Data Detox! Zusammen mit dem Tactical Tech Collective hat Mozilla ein charmantes kleines Paket mit dem Namen Data Detox Kit zusammengestellt, das viele praktische Tipps enthält. Das Programm dauert acht Tage. Danach wirst du dich wie ein völlig neuer Online-Mensch fühlen. Falls du dich dafür noch nicht bereit fühlst, fang gerne mit einem der folgenden Tipps an!

Ordnung ist das halbe Leben – so sagt man. In Bezug auf die Daten, die diverse Web-Dienste über dich in petto haben, trifft das definitiv zu.

  1. Lösche die Chronik, also den Verlauf deines Browsers.. Egal ob Firefox, Chrome, Safari oder ein ganz anderer – diese Funktion bieten alle an. Du findest sie normalerweise in deinen Einstellungen unter "Sicherheit" oder in einem eigenen Bereich. Hier kannst du nachlesen, wie es in Firefox funktioniert.

  2. Lösche deine Aktivitäten bei Google. Logge dich in deinen Account ein, öffne den Bereich “Meine Aktivitäten”, und scrolle durch. Überrascht, was da alles steht? Verständlich. Die gute Nachricht: Du kannst es ganz einfach löschen. Klicke im Menü auf der linken Seite auf “Aktivitäten löschen nach” > Datum ändern zu “Gesamt bisher”. Fertig.

Praktisch mag verlockend sein – ist aber nicht immer die beste Lösung:

Viele von uns neigen zu Bequemlichkeit. Klar. Damit geben wir aber gelegentlich eine ganze Menge Kontrolle ab. Um nicht alle paar Wochen eine größere digitale Aufräumaktion starten zu müssen, kannst du auch mit wenig Aufwand dafür sorgen, dass gar nicht erst so viele Daten über dich gesammelt werden. Eine Möglichkeit: Verzichte auf Alles-aus-einer-Hand-Lösungen. Die stellen nämlich ein 360-Grad-Bild von dir zusammen und sind außerdem nicht zwingend die qualitativ beste Lösung für alle Nutzer. Probiere verschiedene Alternativen aus! Hier ein paar Beispiele:

Während viele Nutzer auf dem Computer selbst ihren Browser aussuchen, benutzen die meisten auf ihren Mobilgeräten noch die vorinstallierte Lösung.

Probiere doch zum Beispiel mal Firefox Focus aus, unseren superschnellen mobilen Datenschutzbrowser, der viele bekannte Cookies und Tracker blockiert und dich gut geschützt das Internet erkunden lässt.

Die Grenzen des Teilens:

Wie heißt es so schön? Sharing is caring. Was auf lecker Kuchen, Autos oder Schreibutensilien zutrifft, muss allerdings nicht für deine Daten gelten; da solltest du durchaus Grenzen setzen. Die entsprechenden Vorkehrungen zu treffen ist super easy:

  1. Alles eine Frage der Einstellung(en): In deinem Browser kannst du konkret auswählen, ob zum Beispiel Passwörter oder deine Surf-Chronik gespeichert werden, ob du Cookies erlaubst und ob Nutzungsdaten an den Hersteller zu Analysezwecken gesendet werden sollen. Übrigens: Wenn du Firefox nutzt, musst du dir darüber keine Sorgen mehr machen. Wir blocken nämlich standardmäßig eine ganze Menge Cookies von Drittanbietern. Die Privatsphäre-Einstellungen in Firefox machen es außerdem denkbar einfach, zwischen Standard- und strengem Modus zu switchen.

    Am einfachsten schützt du deine Privatsphäre, wenn du gleich unter dem Datensammelradar bleibst. Die meisten Browser bieten einen Privaten oder Inkognito-Modus an, in dem deine Surf-Chronik nicht erfasst und Tracker automatisch blockiert werden.

  2. Wir lieben Social Media! Privat surfen ist hier allerdings schwierig, denn die Netzwerke schauen sich ziemlich genau an, wofür du dich interessierst und nutzen diese Informationen auf vielfältige Weise. Und damit sind nicht nur deine Aktivitäten im Netzwerk gemeint, sondern alles, was du sonst im selben Browserfenster machst. Dein Surfverhalten ist für sie ziemlich wertvoll, denn sie können es mit deinem Account verknüpfen und erfahren so einiges mehr über dich, als manche deiner Freunde. Aber kein Grund, sich nachts schlaflos im Bett zu wälzen: Mit der Erweiterung Facebook Container für Firefox machst du es Facebook schwerer, dich außerhalb von Facebook zu tracken.
  3. Ein weiterer Denkanstoß mit Blick auf soziale Netzwerke: Sie sind dafür gemacht, persönliche Infos mit Leuten zu teilen, die wir kennen (manche mehr, manche weniger). Du entscheidest dabei selbst, wie viel Privates du öffentlich machen willst. Das gilt für deine Posts ebenso wie für deinen Standort, was du likest, deine Telefonnummer oder mit wem du so rumhängst. Denk dabei immer daran: All diese Informationen sind nicht nur innerhalb des jeweiligen Netzwerks verfügbar, sondern auch für Werbetreibende. Außerdem: Je weniger du teilst, desto weniger Daten können bei einem Datenleck in die Hände von Betrügern gelangen.
  4. Was sich heute für dich richtig anfühlt, kann morgen schon ganz anders aussehen. Das ist in Ordnung. Und es schadet auch ganz grundsätzlich nicht, die eigenen Einstellungen zur Welt und im Web gelegentlich neu zu bewerten und gegebenenfalls anzupassen.

Was weiß die Welt über dich?

Ja, wir können bis zu einem gewissen Grad selbst steuern, welche Informationen über uns im Netz verfügbar sind. Das wappnet aber leider nicht gegen jeden erdenklichen Fall; Identitäts-Klau im Web ist ein besonders unerfreulicher. Hier ein paar Dinge, die du vorbeugend tun kannst:

  1. Suche dich gelegentlich selbst – oder zumindest deinen Namen. So bekommst du eine Vorstellung davon, was andere erfahren, wenn Sie sich für dich interessieren, welche Informationen bereits kursieren und auch, was du eventuell aus dem Cyberspace wieder entfernen möchtest.
  2. Noch einfacher: Richte einen Google Alert zu deinem Namen ein, um direkt informiert zu werden, wenn es neue Beiträge gibt.
  3. Breach-Alarm: Werden deine Daten tatsächlich einmal durch einen Hack publik, ist es wichtig, so schnell wie möglich zu reagieren und dein Passwort zu ändern. Firefox Monitor ist ein praktisches Tool, das dir direkt eine Nachricht sendet, wenn dieser Fall eintritt.

Sichere dich ab:

Es gibt wirklich eine ganze Menge Tools, die dich dabei unterstützen! Allerdings helfen sie alle nichts, wenn sie nicht mit guten Passwörtern ausgestattet sind, die sie schützen. Oder anders formuliert: Was nützt dir die tollste und modernste Sicherheitseinrichtung in deiner Wohnung, wenn die Eingangstür im Eimer ist und jeder einfach so reinspazieren kann? Deshalb:

  1. Suche dir starke Passwörter aus. Wie du dir vermutlich schon denken kannst, sind Passwörter wie “Passwort” oder “12345” keine gute Idee. Starke Passwörter sind im Idealfall zufällig generiert, beinhalten Groß- und Kleinschreibung, Zahlen und Sonderzeichen beinhalten. Sogenannte Passphrases, also ganze Sätze, sind schon eher geeignet, da sie – wie auch zufällig zusammengestellte Passwörter – schwerer von Algorithmen (und erst recht von Menschen) geknackt werden können. Und: Leg dir unbedingt ein eigenes Passwort für jeden Login an. Kommt es doch einmal zu einem Datenleck, musst du so nicht gleich alle deine Accounts aktualisieren.
  2. Ehrlich währt nicht immer am längsten. Häufig wirst du gebeten, Nutzerkonten zusätzlich mit Sicherheitsfragen und -antworten abzusichern. Vorgeschlagen werden dann gern der Name deines Haustieres, die Marke deines ersten Autos oder die Straße, in der du als Kind gewohnt hast. Jeder, der dich ein bisschen besser kennt, dürfte über die Antworten Bescheid wissen (oder kann sie leicht über ein Datenleck oder eine kurze Web-Recherche finden). Es gibt aber eine einfache Lösung: Die Antworten, die du angibst, müssen nicht sachlich richtig sein. Die Services, die du nutzt, können das nicht überprüfen. Sorge nur dafür, dass du dir die Antworten, die du angibst, auch merkst.
  3. Manage deine Passwörter. Puh, wie sollst du dir nun all die verschiedenen Passwörter und Sicherheitsantworten merken? Zuallererst: Bitte schreibe sie nicht auf ein Blatt Papier, das du neben deinem Computer aufbewahrst (ja, es gibt Leute, die das tun). Leg dir stattdessen einen Passwortmanager zu, der nicht nur deine Passwörter, Sicherheitsantworten und alle möglichen anderen privaten Informationen sicher aufbewahrt, sondern dir sogar hilft, zufällige Passwörter zu generieren.

    Es gibt so einige tolle Passwortmanager auf dem Markt. Manche werden per Master-Passwort verschlüsselt, andere mithilfe biometrischer Merkmale (Fingerabdruck, Gesichtsscan). Such dir einfach einen aus, der für dich am besten passt – vielleicht möchtest du auch einmal Firefox Lockwise ausprobieren? Firefox Lockwise speichert all deine Passwörter auf mobilen Geräten und deinem Computer, sodass du deine Account-Infos immer dann parat hast, wenn du sie brauchst.

Nicht nur für IT-Profis:

Ein starkes Passwort ist wichtig und ein guter erster Schritt zu mehr Sicherheit im Web. Noch sicherer wird es aber mit Multi-Faktor-Authentisierung (MFA).

  1. Bei der MFA loggst du dich mittels der Kombination von mehreren unterschiedlichen und unabhängigen Komponenten (Faktoren) ein – zum Beispiel einem Passwort und deinem Fingerabdruck. Das Prinzip kennst du beispielsweise vom Geldautomaten, wo du sowohl deine Bankkarte als auch eine PIN brauchst, um Geld abzuheben.
  2. Es gibt verschiedene Optionen für MFA, je nach genutzten Geräten. Eine Möglichkeit ist ein Authentisierungs-Gegenstand, den du als Schlüssel benutzt und mit einem Passwort kombinierst. Aber es gibt auch komplett Software-basierte Varianten. Die Vorteile von MFA liegen auf der Hand: Nur wer alle Puzzlestücke hat, bekommt Zugriff. Selbst wenn dir eins von beidem abhanden kommt oder geklaut wird, bist du deutlich sicherer dran.

Unterwegs sicher connected:

Öffentliches WLAN is natürlich super praktisch – gerade, wenn du keine Login-Daten brauchst! Allerdings sind diese Netzwerke oft ungeschützt und du bist es damit auch, wenn du sie nutzt. Hier ein paar Tipps:

  1. Meide im Idealfall öffentlich zugängliche WLAN-Netze, vor allem, wenn sie nicht passwortgeschützt sind. Jeder kann auf sie zugreifen und schlecht geschützte Geräte im Netzwerk sind leicht angreifbar.
  2. Vielleicht musst du gerade ganz dringend etwas erledigen und bist auf den öffentlichen Zugang angewiesen. Kann passieren. Solltest du nicht mit Vorliebe Spam sammeln, ist es ratsam, bei entsprechender Abfrage nicht unbedingt deine übliche E-Mail-Adresse anzugeben. Lege dir am besten eine für weniger seriöse Dienste und Seiten zu, die keinen Rückschluss auf deinen echten Namen zulässt.
  3. Das gilt auch für deine Geräte: Es erscheint zwar praktisch, Smartphone, Tablet, Laptop & Co mit deinem eigenen Namen auszustatten – aber das hilft auch anderen, sie als deine zu erkennen.
  4. Lösche WLAN-Netze, mit denen du dich verbunden hast, wenn du fertig bist. Andernfalls kann es sein, dass sich deine Geräte immer wieder automatisch mit dem Netz verbinden, wenn du dich in dessen Nähe aufhältst. Das bekommst du womöglich gar nicht mit, das Sicherheitsrisiko besteht aber trotzdem.

Und was tut dein Bluetooth?

Bluetooth ist eine tolle Erfindung, die uns eine Menge Kabelsalat erspart. Viele haben es allerdings nicht ständig in Gebrauch und es lohnt sich, die Funktion dann auch auszuschalten: Das schont den Akku und schließt zugleich ein weiteres Schlupfloch für mögliche Eindringlinge.

Finde die sicherere Seite:

Viele Internetadressen fangen mit HTTP an. Dabei handelt es sich um ein Protokoll, dass das Laden von Seiten im Browser erst ermöglicht. Wenn möglich, nutze vorzugsweise die sicherere Alternative HTTPS. Das gilt vor allem, wenn du dich in einem öffentlichen WLAN befindest: Selbst, wenn die Verbindung nicht verschlüsselt ist, sorgt HTTPS dafür, dass es deine Daten trotzdem sind.

Über Mailaccounts und Online-Identitäten:

Für sich genommen verrät deine E-Mail-Adresse noch nicht allzu viel über dich. Benutzt du sie allerdings für eine ganze Reihe an Services und Webseiten, wird sie schnell zum roten Faden durch dein Online-Leben. Sie entwickelt sich zum Herzstück deiner Online-Identität und wird um alle möglichen Daten ergänzt, die du im Web teilst. Wieso also nicht einfach verschiedene Adressen für unterschiedliche Zwecke benutzen?

Nicht klicken!

Manchmal ist es leichter gesagt als getan, die eigene Neugierde zu überwinden und nicht auf dubiose Links in E-Mails zu klicken. Trotzdem wissen die meisten Nutzer*innen, dass sie gerade bei vermeintlichen Nachrichten von ihrer Bank oder Shopping-Serves vorsichtig sein sollten. Aber was ist mit Links von Freunden oder Familienmitgliedern? Auch hier ist Vorsicht geboten:

  1. Es kommt immer wieder zu Situationen, bei denen beispielsweise Social-Media-Accounts gekapert und betrügerische Links an die Freunde der betroffenen Person gesendet werden. Wenn du also eine Nachricht vom Account eines Freundes oder einer Freundin bekommst, die einen seltsamen, dir unbekannten Link enthält, ruf die betreffende Person doch einfach fix an und frag nach, ob das alles seine Richtigkeit hat.
  2. Vielleicht leitet dir dein Onkel aber auch einfach einen betrügerischen Link weiter, weil er sich nicht so gut auskennt. Hier gilt: Wenn du die Seite nicht kennst, mache eine kurze Web-Recherche, bevor du den Link anklickst.

Schau über deinen Tellerrand:

Hier kommt wieder die Bequemlichkeit ins Spiel. Informationen, die sich gut mit unserer Denkweise und unseren Ansichten vertragen, sind leichter zu verdauen. Sie können geradezu beruhigend wirken. Aber sind sie deshalb auch wahr? Geben sie das komplette Bild wieder oder nur einen kleinen Ausschnitt?

  1. Natürlich kannst du deine Favoriten haben, aber informiere dich trotzdem gelegentlich über unterschiedliche Medien, hole verschiedene Meinungen ein und gib anderen Perspektiven eine Chance.
  2. Überprüfe die Sachlage: Berichten die verschiedenen Medien über dieselben Themen? Und wenn ja, stimmen die Informationen überein? Auf diese Weise kannst du Filterblasen am besten vermeiden – und letztlich auch Falschinformationen. Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, schau dir doch mal diesen Blog Post an.

Einfach mal die Ortungsdienste abstellen:

Mobile Geräte haben heute normalerweise die Fähigkeit, ihren eigenen Standort zu bestimmen, zu speichern und zu übertragen. Das ist bei der Navigation oder wenn du mal dein Smartphone verlierst sehr praktisch. Allerdings nutzen einige Apps diese durchaus sensible Information auch ohne dein Wissen.

  1. Entscheide von Fall zu Fall: Viele Social-Media-Apps bieten an, deinen Standort in deine Posts zu integrieren. Du entscheidest, ob du wirklich mit anderen teilen möchtest, wo du dich aufhältst und es ist auch völlig in Ordnung, das abzulehnen.
  2. Entscheide für jede App einzeln: Du kannst für jede deiner Apps individuell entscheiden, ob du ihr Zugriff auf deinen Standort geben willst. Alle populären mobilen Betriebssysteme bieten die Möglichkeit, den Zugriff darauf für einzelne oder alle Apps zu limitieren.
  3. Vermeide Hintergrundaktualisierungen: Manche Apps zeichnen deinen Standort nicht nur auf, wenn du sie gerade benutzt, sondern lassen diese Funktion ständig im Hintergrund laufen und erstellen so über die Zeit vollständige Bewegungsprofile. Der Hersteller der App kann diese Informationen für eine ganze Reihe an Zwecken nutzen und sie sogar verkaufen, was dir womöglich gar nicht gefällt.

Lösche Apps, die du nicht mehr brauchst:

Auch wenn du extra das Smartphone mit dem besonders großen Speicher gekauft hast, um nie wieder aus Platzgründen etwas löschen zu müssen – ein regelmäßiger Frühjahrsputz empfiehlt sich auf Smartphones und Tablets trotzdem. Wieso?

  1. Halte potentielle Schwachstellen in Schach Je mehr Apps du auf deinem Gerät hast, desto mehr verschiedene Unternehmen haben im Zweifelsfall Zugriff auf deine Daten. Da verliert man schonmal schnell den Überblick.

  2. Putz mal richtig durch Schau dir an, welche Apps du installiert hast und ob du sie noch benutzt. Lösche diejenigen (und die zugehörigen Accounts), die du nicht mehr brauchst.

  3. Schränke den Zugriff ein Überlege dir bei allen anderen Apps – so wie auch in sozialen Netzwerken & Co. – welche Berechtigungen du ihnen geben möchtest. Frage dich: Braucht diese App tatsächlich Zugriff auf meinen Standort? Mein Kontakte? Meine Fotos? Meine Kamera und mein Mikrofon?

Nur zur Erinnerung: Was waren Tracker nochmal?

Nachrichtenempfehlungen sind praktisch und sind wir mal ganz ehrlich – wir alle lesen am liebsten Inhalte, die mit unserer Meinung in Einklang stehen. Aber was, wenn diese Inhalte gar nicht sachlich richtig sind? Oder wenn wir den Blick fürs große Ganze verlieren, weil wir immer nur einen kleinen Ausschnitt davon sehen – können wir uns dann überhaupt eine eigene Meinung bilden?

Wir unterscheiden zwischen Erst- und Drittanbieter-Trackern, oder auch Cookies. Erstere findest du beispielsweise auf Nachrichtenseiten. Dort erfassen sie, dass ein*e Leser*in da ist, welche Artikel er oder sie liest, wie lange er oder sie liest und so weiter. Diese Informationen können genutzt werden, um die Angebotsqualität der Seite zu verbessern und herauszufinden, was den Nutzer*innen tatsächlich gefällt.

Drittanbieter-Tracker dagegen können den gesamten Besuch von Besucher*innen protokollieren, etwa um gezielt Werbung zu schalten, und das nicht nur auf der einen Seite, auf der er oder sie gerade ist, sondern Webseiten-übergreifend: Ein Tracker kommt nämlich selten allein. Oft arbeiten sie mit anderen Hand in Hand, um gemeinsam neue Wege zu finden, dich davon zu überzeugen, Geld auszugeben, dich für Dienstleistungen anzumelden und dann noch mehr Informationen über dich preiszugeben.

Wie du dir sicher schon denkst, sind diese Informationen sehr wertvoll. Deshalb verdienen diejenigen Unternehmen, die sie besitzen, eine Menge Geld mit ihrem Verkauf. Leider bezieht dich in diese Entscheidung niemand ein. Deshalb blockt Firefox standardmäßig viele Drittanbieter-Tracker, gibt dir so die Kontrolle über dein Online-Leben zurück und sorgt dafür, dass du deutlich weniger von Werbung und fragwürdigen Unternehmens durchs Internet verfolgt wirst.

Fragen & Feedback

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